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Newsletter Juli 2015

 

 

Energetische Gebäudesanierung: Raus aus der Sackgasse

Der erste alware-Workshop der Reihe „Beyond EnEV“, der am 23. Juni in Berlin stattfand, sollte neue Möglichkeiten aufzeigen, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit von Gebäuden in Einklang zu bringen. Zwölf Teilnehmer aus Forschung, Planung und Baupraxis brachten ihre Perspektiven und Fachkenntnisse in die angeregte Diskussion ein.

Der energieeffiziente Neubau wie auch die energetische Modernisierung des Gebäudebestands werden immer aufwändiger und teurer – anstatt zu steigen sinken daher die Sanierungsraten. Aus der Bau- und Wohnungswirtschaft wie auch von Seiten der Architekten, TGA-Planer und Anlagentechnikhersteller werden zunehmend kritische Stimmen laut, dass es so nicht weitergehen kann.

Die Workshop-Teilnehmer waren sich einig: Den schlechten energetischen Zustand vieler Bestandsgebäude in Deutschland zu beheben oder gar eine „Wärmewende“ zu erreichen wird nicht auf Basis der gegenwärtigen Regelwerke zu bewerkstelligen sein. Die statische Betrachtungsweise nach EnEV und einschlägigen Gebäudenormen führt in eine Sackgasse, neue, flexiblere Methoden sind gefragt. „Zwischen Normerfüllung und Realität klafft eine große Lücke“, brachte ein Workshop-Teilnehmer das Dilemma auf den Punkt.

 

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Eine viel versprechende Methode, wie es anders gehen kann, ist die dynamische Gebäudesimulation von alware: Sie bildet das energetische Verhalten eines Gebäudes realitätsnah ab und eröffnet so völlig neue Perspektiven für die Planung wirklich nachhaltiger Gebäude. Auf Basis einer Simulation könnten in vielen Fällen Dämmschichten reduziert sowie Heizungs- und Klimaanlagen geringer dimensioniert werden als von der Norm verlangt. Hohe Kosteneinsparungen wären möglich und die für ein Gelingen der Energiewende unverzichtbare Sanierung des Gebäudebestands könnte zügiger voranschreiten.

Obwohl als Verfahren langjährig bewährt und etabliert, hat es die dynamische Gebäudesimulation aufgrund ihrer Komplexität jedoch schwer, sich gegen Schema-F-Methoden wie die EnEV-Berechnung zu behaupten – nicht einmal als KfW-Fördernachweis ist sie bisher zugelassen. Die Teilnehmer der Berliner Runde waren sich daher einig, dass die Workshop-Reihe fortgesetzt werden soll: Beim nächsten alware-Workshop im September 2015 sollen charakteristische Sanierungsfälle diskutiert und übertragbare Lösungen so aufbereitet werden, dass sie in der Praxis direkt anwendbar und für Bauherren wie Ausführende gut handhabbar sind.

 

 


 

 

Gebäudesimulation für Neubau und Bestandsmodernisierung

Ganzheitliche Betrachtung als Grundlage einer innovativen Baukultur

Mit einer modernen Gebäudesimulation können alle spezifischen Einflüsse und deren Wechselwirkungen auf Gebäude und Räume individuell erfasst werden. Moderne Analysetools sind kein teurer Luxus, sondern eine Möglichkeit, jede Gebäudeart – vom Einfamilienhaus bis zum Büro- oder Hotelkomplex energetisch und wirtschaftlich zu optimieren.

„Mit der modernen Gebäudesimulation sind wir längst so weit, Häuser jedweder Art als Ganzes zu erfassen, darzustellen und zu bewerten“, sagt Andreas Lahme. Eine getrennte Betrachtung von Baukörper bzw. Bauphysik und Gebäudetechnik, wie sie heute in der Regel praktiziert werde, entspreche nicht mehr dem Stand der Technik, formuliert er bewusst pointiert. Der Physiker ist Chef des Braunschweiger Ingenieurbüros „alware“, das mit seinen Simulationstools seit Jahren erfolgreich nachhaltige Energiekonzepte für Büro- und Verwaltungsgebäude, aber auch Wohnhäuser entwickelt. Dabei gehe es, so Lahme, nicht nur um optimale Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und Bewohner. Thermische, visuelle und akustische Behaglichkeit seien gewissermaßen nur das spür- und sichtbare Ergebnis einer guten Lösung. Dahinter stehe die Aufgabe, die reale Nutzung wirtschaftliche umzusetzen, also ein optimales Gebäude, ob Neubau oder Bestandsmodernisierung, nicht mit steigenden Kosten zu erkaufen, sondern genau das Gegenteil dessen zu erreichen.

Hier können Sie den gesamten Artikel aus dem "Modernisierungsmagazin" lesen...

 

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Die Wärmepolitik hat in eine Sackgasse geführt

Angesichts der Fehlkonstruktion EnEV ist ein besseres MAP vergebene Liebesmüh

Seit dem 1. April gilt eine modifizierte Förderung aus dem Marktanreizprogramm (MAP). Eilig wurde sie quer durch die betroffenen Branchen als attraktives Update begrüßt.Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, sieht darin einen „weiteren Schritt“ zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) und verspricht, mit den „innovativen Elementen, wie beispielsweise der Einführung einer ertragsabhängigen Förderung bei Solarthermie und anspruchsvollen Effizienzkriterien“, würden neue Maßstäbe für die Heizungsbranche gesetzt. „Über verbesserte Förderanreize wollen wir so den Zubau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt deutlich beschleunigen.“

Die Worte stehen im merkwürdigen Gegensatz zur realen Entwicklung im Wärmemarkt und in der Baubranche. Was will der Minister denn beschleunigen? Die Entwicklung des Jahres 2014 könnte man eher als „Entschleunigung“, wenn nicht gar als wirtschaftlichen Sturzflug ansehen. So meldete der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) für das Geschäftsjahr 2014 einen Umsatzrückgang beim Gesamtmarkt der Wärmeerzeuger von vier Prozent. Sogar das bislang als stabil geltende Geschäft mit Gas-Brennwert-Kesseln war davon betroffen (siehe Tabelle). Solarthermie und Wärmepumpen befinden sich eher im finalen Landeanflug mit der Aussicht, auf einer entlegenen Parkposition in Vergessenheit zu geraten. So ist die verkaufte Fläche bei Solarkollektoren nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) abermals zurückgegangen auf nun rund 900.000 Quadratmetern. Aber auch die Dämmstoffbranche melden Umsatzeinbußen, vor allem bei der Altbausanierung. „Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr beträgt mindesten zehn Prozent", klagt Klaus Franz, Geschäftsführer des Gesamtverbands Dämmstoffindustrie GDI.

Hier können Sie den gesamten Artikel aus der Zeitschrift "Sonnenenergie" lesen...

 

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